Infografik Userinterfacedesign Persona 01

Personas erleichtern die nutzerzentrierte Entwicklung und Gestaltung.

Unter einer Persona versteht man ein imaginäres Modell einer Person mit konkreten (Charakter-) Eigenschaften und spezifischem Nutzungsverhalten. Eine Persona ist keine reale Person, auch kein Stereotyp, keine Rolle oder Berufsbezeichnung. Eine Persona ist eine erdachte Person. Personas basieren auf den Verhaltensmustern, mentalen Modellen und Zielen der realen Anwender. Besonders in der frühen Konzeptions- und Designphase erleichtern Personas  die nutzerzentrierte Entwicklung und Gestaltung.

Beschreibung

Eine konsequente Integration der Persona-Methode in den Produkt-Entstehungsprozess ermöglicht das Entwickeln kundennaher und innovativer Lösungen. Für die Entwicklung von Persona gibt es unterschiedliche Methoden. Wichtig ist es, sich den typischen Nutzer Ihres Produkts als reale Person vorzustellen. Primäres Ziel ist es herauszufinden, wo die wahren Bedürfnisse liegen.

In der ersten Iteration macht es Sinn, potentielle Nutzer zu skizzieren, die auf dem Wissensstand der Teilnehmenden basiert. Es geht in dieser Phase darum zu überprüfen, ob so ein skizzierter Nutzer in der realen Welt überhaupt existiert. Oftmals zeigen erste Interviews und Beobachtungen, dass der prototypische Benutzer andere Bedürfnisse und Präferenzen hat als ursprünglich angenommen. Wenn Sie in Workshops Nutzerprofile erarbeiten, helfen nachfolgende Schritte und Fragen, um strukturiert eine Persona zu erstellen.

Vorgehen

Schritt 1

Tragen Sie die wesentlichen Eigenschaften der unterschiedlichen Nutzer zusammen mittels Datenerhebung, Interviews, Umfragen oder Auswertung von Nutzerdaten.

 Beschreibung Persona
  • Name und Vorname
  • Alter
  • Geschlecht
  • Wohnort
  • Familienstand
  • Hobbies
  • Freizeit
  • Ausbildung
  • Position im Unternehmen
  • soziales Umfeld
  • Haltung, Denkweise …
Jobs-to-be-done
  • Welche Ziele hat die Persona?
  • Welche Funktionen braucht das Produkt zur Aufgabenerfüllung?
  • Welche Aufgabenerfüllung wird mit dem neuen Produkt unterstützt?
Anwendungsfälle (Use Cases)
  • Wie und wo wird das Produkt durch wen genutzt?
  • Was passiert vor, während und nach der Nutzung des Produkts?
  • Wo bekommt der Nutzer Informationen zum Produkt?
  • Wie gestaltet sich der Login- resp. Kaufprozess?
  • Wer beeinflusst die Entscheidung?
Lust (Gains)
  • Was macht die Persona glücklich in Bezug auf das neue Produkt?
  • Inwiefern machen aktuelle Produkte die Persona glücklich und zufrieden?
Frust (Pains)
  • Was macht die Persona unglücklich in Bezug auf das neue Produkt?
  • Welche bestehenden Produkte verursachen bei der Nutzung ärger oder verursachen ein schlechtes Gefühl?

Schritt 2

Charakterisieren Sie die verschiedenen Anwendergruppen, indem Sie aus den vorhandenen Daten beispielhafte Nutzer extrahieren.

Schritt 3

Modellieren Sie jetzt Personas und erwecken Sie diese zum Leben.

In diesem letzten Schritt sollten Sie die ausfor­mu­lierten Personas in einem einheitlichen und ansprechenden Steckbriefformat über­sicht­lich darstellen. Die Beschreibungskriterien sollten auf den ersten Blick erkennbar sein, um die Arbeit mit den Personas im Projektverlauf zu erleichtern.

Empfehlenswert sind beispielsweise Skalen, die die Einstellungen zu einzelnen Kriterien visualisieren, damit sich die Personas gut und schnell auch visuell vergleichen lassen.

Auch ein oder mehrere Foto der Persona sollte ein Bestandteil der Darstellung sein. Achten Sie darauf, dass die Fotos keine Stockbilder-Charakter haben, sondern die Persona möglichst authentisch in ihrem realen Umfeld zeigt.

Aus der Praxis

Nutzen

  • Personas ermöglichen interdisziplinären Teams auf gleicher Ebene zu kommunizieren und neue Lösungen zu entwickeln, ohne dabei in Schubladen zu denken.
  • Interne Mitarbeitende können sich von ihrer Innensicht lösen und Annahmen treffen, die auf Fakten basieren.
  • Eine konsequente Umsetzung ermöglicht das Entwickeln kundennaher und innovativer Lösungen.

 Tipps

  • Um Personas für alle Projektbeteiligten greifbar zu machen, ist es wichtig, dass die Persona-Plakate im Projektraum gross und gut sichtbar aufgehängt sind.
  • In jeder Diskussion immer aus Sicht der Personas argumentieren.