Design Methode User Testing

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User Testing für die perfekte User Experience und erfolgreiche digitale Produkte

Kontinuierlich das Wissen über Nutzende und ihre Bedürfnisse erweitern.

User Testing im Human Centered Design

Wer sich dem User Testing verweigert, verweigert sich den Bedürfnissen der Nutzenden. Kontinuierliche Nutzertests sind eine grossartige User Research Methode, um laufend Bedürfnisse und Probleme aufzudecken. Mehr noch, sie schärfen und steigern die Empathie für die Nutzenden und sind damit gelebtes Human Centered Design. «Design is not just what it looks and feels like. Design is how it works. Das Zitat von Steve Jobs sollte das beste Argument für User Testing sein. Denn, ohne User Testing gibt es keine Informationen über funktionierendes Design.

User Testing ist ein integraler Bestandteil des User Experience Design – fragen, beobachten, testen

Nutzerzentrierung beginnt mit dem grossen Interesse für die Motive und Bedürfnisse der Nutzenden. Dieses Interesse sollte nicht nach dem User Research aufhören, sondern kontinuierlich weitergeführt werden. User Testing ist ein zentraler Bestandteil von Design- und Produktionsprozessen im digitalen Umfeld. Mit keiner anderen Methode erfahren Auftraggeber, Designer und Entwicklungsteam mehr über Nutzende und können so die Qualität des Produkts verbessern. Das Schöne am User Testing: Bereits ab 5 Testpersonen erhält man als Rückmeldung knapp 80-90% der der Usability Probleme.

Digitale Produkte sind nie fertig

Sie entwickeln sich fliessend mit Rahmenbedingungen (Strategie, Technologie und Nutzerbedürfnisse) weiter. Genau deshalb muss User Testing ein fester Bestandteil miteinander verbundenen Prozessschritten der digitalen Produktentwicklung sein:

  1. Designprozess – Das Produkt wird aus Nutzersicht gestaltet
  2. Entwicklungsprozess – Das Produkt vom Entwicklungsteam gemäss Anforderungen programmiert
  3. Angebotsprozess– Das Produkt ist im Markt bei Nutzenden in Gebrauch

User Testing im Designprozess

User Testing setzt bereits im Designprozess an, agil gesprochen in Designsprints und/oder Design Studios. Dort geht es darum Szenarien und Prototypen frühzeitig mit Nutzerbedürfnissen abzustimmen. Im Fokus steht dabei das Schärfen von Nutzungszenarien, Designsystem und daraus folgenden Interaktionsmustern für das gesamte Produkt oder für zu optimierende Teilprodukte. In dieser Phase bieten sich mehrheitlich qualitative und einige quantitative Testmethoden an: Moderiertes Testing (Interviews), Tiefeninterviews, Beobachtungen mit konzeptuellen Interviews, Card Sorting, Usability Tests und das A/B-Testing. Insbesondere qualitative Testsettings mit Interviews helfen dabei Produktvisionen, Persona-Profile und User Journeys zu validieren und weiter zu schärfen. Auf der Basis der Nutzertests können validierte Nutzungszenarien, Designsysteme und Interaktionsmuster in den Entwicklungsprozess übergeben werden. Nur so entstehen digitale Produkte, die die Erwartungen der Nutzenden abholen, gute User Erlebnisse bieten und für positive Gefühle und Erinnerungen sorgen.

User Testing im Entwicklungsprozess

Egal, welche Nutzerstory in agilen Entwicklungsprozessen umgesetzt wird, das Design und User Testing sind integrale Bestandteile. Oft tauchen im Sprint Planning besondere Anwendungsfälle, nicht vorhersehbare Nutzersenarien, Mircroprozesse und -interaktionen auf. Das hat Auswirkungen auf Informationsarchitekturen, Bedienabläufe, Interaktionsmuster und führt zu Anpassungen (Design Refinement) des User Interface. User Testing setzt in dieser Phase den Fokus auf Qualitätsicherung. Also auf die Bedienbarkeit, die Verständlichkeit (Abläufe, Interaktionen, Dialoge, Sprache) und die korrekte Umsetzung der Nutzeranforderungen. User Testing im Entwicklungsprozess ist auch die letzte Möglichkeit folgenreiche konzeptionelle Denkfehler zu entdecken. Aus UX-Sicht rächt sich das Sparen am User Testing in diese Phase. Die Folgen sind dann weitreichend: schlechte Bedienbarkeit > schlechte User Experience > sinkende Transaktionen und Umsätzen > Folgekosten für den Umbau einer Anwendung. Folgende User Testing Methoden bieten sich in der Entwicklungsphase besonders an: Usability Tests, agiles User Testing, geführte Interviews.

User Testing im Angebotsprozess

Wow, das Produkt ist ausgeliefert und wird nun von den Nutzern verwendet. Alles perfekt? Kaum, denn die digitale Welt und digitale Nutzende sind beweglich. Spätestens dann, wenn ungenügende Nutzerabläufe für ausbleibenden Umsatz, geringe Akzeptanz oder Anrufe im Support-Center führen, ist es Zeit fürs User Testing. Wobei es selbstverständlich sein sollte User Testing kontinuierlich einzuplanen, da damit stetig Informationen für die Weiterentwicklung und die Verbesserung der User Experience gewonnen werden können. In dieser Phase bietet sich das volle Spektrum der User Testing Methoden an. Selbstverständlich sollten jedoch folgende quantitative Methoden sein: Online Testing, Heatmaps, Web Analyse und Online Umfragen.

Aus der Praxis

User Testing Methoden richtig einsetzen

User Testing kann in zwei Gruppen eingeteilt werden, wobei die Auswahl der Methoden nicht abschliessend ist.

  1. Qualitatives Testing:Usability Tests, Expert Reviews, Tiefeninterviews, geführte Interviews, Beobachtung mit konzeptuellen Interviews, agiles User Testing, Tagebuchstudien, Card Sorting, Lab Testing (Eye Tracking, Klick Tracking, …)
  2. Quantitatives Testing:
    A/B Testing, Online Testing, Heatmaps, Web Analyse, Online Umfragen.

Qualitatives Testing hat den Vorteil, dass die Nutzenden aktiv dazu aufgefordert werden ihre Gedanken zur Nutzung mitzuteilen. Das Laut-Denken-Protokoll führt zu wertvollen Informationen über die Motivationen und Muster der Nutzenden. Es ist in diesem Sinn ergänzendes User Research.

Quantitatives Testing liefert in erster Linie viele Daten und Muster, die sich auch über einen langen Zeitraum vergleichen lassen. Diese Vergleiche sind wichtig, da mit ihnen die quantitativen Wirkungen von  Verbesserungen der User Experience aufgezeigt werden können.

Beide Methoden leiden unter Umständen jedoch unter den verzerrenden Werten und Vorstellungen der Testverantwortlichen. Auf der qualitativen Seite wegen unbewusster Beeinflussung der Testpersonen und auf der quantitativen Seite durch die. Diesen Verzerrungen kann mittels Planung, Kriterienkatalogen und dem klassischen 4-Augen-Prizip jedoch gut entgegnet werden.