Infografik Userinterfacedesign Touch Usability 01

User Interfaces für die natürliche Gestensteuerung

Ein durchschnittlicher Finger hat einen Durchmesser von 11 mm. Im Gegensatz zum Maus-Cursor oder einem Stift ist der Finger viel weniger präzis.

Zentrale Themen für eine gute Touch Experience

Ein durchschnittlicher Finger hat einen Durchmesser von 11 mm. Im Gegensatz zum Maus-Cursor oder einem Stift ist der Finger viel weniger präzis. Zudem gilt es bei der Gestaltung von Touch-Interfaces zu beachten, dass die Geräte (Tablets, Phablets, Phones, …) je nach Situation und Nutzertyp unterschiedlich gehalten werden und für die Interaktion unzählige Gesten zur Verfügung stehen.

Gesten

Bei Touch-Interfaces übernehmen unsere Finger die Steuerung des User Interfaces. Pro Hand haben wir je fünf Finger zur Verfügung. Diese Voraussetzung ermöglicht (theoretisch) unzählige Gesten zur Interaktion mit einem Touch-Gerät. Die Gesten in der Grafik haben sich plattformunabhängig etabliert und sind bei vielen Nutzenden bekannt. In der Praxis gilt es Gesten, die nicht eindeutige sind (z.B. «Double-Tab» oder auch «press-and-hold» Interaktionen) vorsichtig oder noch besser, gar nicht, einzusetzen. Die versehentliche Ausführung einer solchen «versteckten» Geste kann die Nutzenden sehr verwirren.

Touch Controls

Ein wichtiges Element der Touch Usability ist die Gestaltung der Touch-Ziele (z.B. Buttons, Sliders). Für eine angenehmes Touch-Erlebnis gilt es eine gute Einheit aus Grösse, Abstand und visueller Gestaltung zu erreichen.

  • Nutzende sind unpräzise bei der Bedienung
  • Touch-Ziele können grösser sein als das sichtbare visuelle Element (z.B. ein Icon)
  • Ein User Interface Element sollte 60% oder mehr von der Fläche des Touch-Ziels einnehmen
  • Oft benutzte Touch-Element sollten grösser sein, als selten benutzte

Touch Grösse

Ein durchschnittlicher Finger hat einen Durchmesser von 11 mm. Im Gegensatz zum Maus-Cursor oder einem Stift ist der Finger viel weniger präzis. Grosse Touch-Ziele vermeiden Fehlmanipulationen und ermöglichen ein effizientes und effektives Interagieren. Die perfekte Touch-Grösse gibt es nicht. Die richtige Grösse hängt von der Situation ab. Oft benutze Aktionen und solche, die nicht einfach rückgängig gemacht werden können (z.B. etwas bestätigen oder löschen) benötigen ein grosses Touch-Ziel mit genügend Abstand, um eine Fehlmanipulation auszuschliessen. 7 x 7 mm ist eine gute Grösse bei unkritischen Aktionen, die einfach rückgängig gemacht werden können.

Screen Bereiche

Beim Gestalten der Touch Experience gilt es zu beachten, wie die Nutzenden in ihrem Umfeld mit dem Gerät ihre Aufgaben erledigen. Wie halten und bedienen sie das Gerät? Wechseln sie die Ausrichtung von quer zu hoch? Oder umgekehrt? Bedienen sie das User Interface mit einer oder mit beiden Händen?

Interaktion versus Information

Tablets werden in der Regel an den Seiten gehalten, entweder mit beiden Händen oder tendenziell mit der linken Hand. Deshalb ist die Bedienung mit den Daumen oder Zeigefinger im unteren Bereich am besten. Das Gleich gilt für Mobile Phones.Umgekehrt ist der beste Platz für wichtige Informationen im oberen Screenbereich. Im unteren Screenbereich können Informationen durch die Hände verdeckt und übersehen werden.

Aus der Praxis

  • Überlegen Sie, wie sich Inhalte im Quer- oder Hochformat verhalten
  • Interaktive Element in der Mitte des Screens sind schwierig zu bedienen
  • Die Berührung im oberen Bereich kann das Gerät aus der Balance bringen.
  • Einzelne Screen-Bereiche werden durch die Hände teilweise und temporär verdeckt.
  • Optimieren Sie das User Interface für verschieden Arten von Haltung und Bedienung.